“Visionen einer neuen Welt”

Postkarte mit dem Gemälde "Bauhaustreppe" und Ausstellungsflyer zu Oskar Schlemmer
Postkarte mit dem Gemälde „Bauhaustreppe“ und Ausstellungsflyer zu Oskar Schlemmer

“Visionen einer neuen Welt”
Oskar Schlemmer

Staatsgalerie Stuttgart
26. November 2014 bis 06. April 2015 (verlängert bis zum 19. April 2015)

Die Große Landes-Ausstellung Baden-Württemberg 2014 „Oskar Schlemmer: Visionen einer neuen Welt“ ist die erste Retrospektive des 1888 in Stuttgart geborenen Bauhaus-Künstlers nach fast 40 Jahren! Ermöglicht wird dieser eigentlich schon längst fällige Überblick auf das mehr als 30 Jahre umfassende Werk Schlemmers durch eine eher banale Tatsache: Im Jahre 2014 liefen die Nutzungsrechte für Schlemmer-Arbeiten aus, aufgrund dessen seine Erben bislang nahezu jegliche Art der Publikation untersagten.

Das in der Staatsgalerie Stuttgart dargebotene Lebenswerk Oskar Schlemmers zeugt von einer äußerst gelungenen Symbiose der Genres Bildende Kunst und Theater. Zu sehen sind nicht nur bedeutende Gemälde, Skulpturen und Grafiken des Künstlers – so z.B. das berühmte Treppenbild mit den Bauhausstudentinnen aus der Dessauer Webereiklasse – sondern auch zahlreiche Skizzen und sieben im Original erhaltene Kostüme für Schlemmers legendäres „Triadisches Ballett“. Im Mittelpunkt all dieser Arbeiten: der Mensch – von Schlemmer perfekt reduziert auf idealisierte Körper vornehmlich bestehend aus geometrischen Formen.

In Stuttgart erhält man jedoch auch einen Eindruck von Schlemmers letzter Schaffensphase als von den Nazis verfemter Künstler: Zu sehen sind Schlemmers Entwürfe des „Lackkabinetts“ für die Wuppertaler Lackfabrik Herberts – ein vollständig mit Farblackaufstrichen ausgestatteter Raum gedacht als „begehbarer Musterkoffer“.

Ein kleiner Wehrmutstropfen: Bedingt durch den Erfolg der Ausstellung gelingt auch an einem Wochentag oft nur ein begrenzter Blick auf all die wundervollen Exponate. Zur Ausstellung erscheint jedoch ein reich bebilderte Katalog, mit dessen Hilfe man das Gesehene noch einmal in Ruhe zu Hause Revue passieren lassen kann! (Mein Tipp: Katalog unbedingt im Museum für einen Preis von € 29,90 mitnehmen – der spätere Buchhandelspreis beträgt € 49,90!) -AEK