„Markus Lüpertz – Ein persönlicher Blick“

„Markus Lüpertz – Ein persönlicher Blick“
Museum Burg Vischering, Lüdinghausen
18. Februar – 12. August 2018

Burg Vischering im Münsterland - einzweiter Blick lohnt immer...
Burg Vischering im Münsterland – ein zweiter Blick lohnt immer…

Zugegebenermaßen war ich bislang kein großer Fan vom „Malerfürsten“ und selbsternannten „Genie“ Markus Lüpertz  – weder von seiner neoexpressionistischen Kunst, noch von seinen exzentrischen Auftritten. Und das von Anfang an…
Zur Erklärung dieses Statements eine kurze Anekdote aus dem leben einer jungen Kunstinteressierten: Lüpertz begegnete mir unbekannter Weise Mitte der 90er mit seinem „Gefolge“ – heute vermute ich mit einer Gruppe (ausstellender) Studenten – bei meinem ersten „Rundgang“ durch die Düsseldorfer Kunstakademie. Bedingt durch sein „wichtiges“ Auftreten und seine extravagante Kleidung – schwarzer Anzug, Gamaschen, Stock mit Silberknauf und auffällig großem Siegelring – bekam er von mir spontan den Stempel „eingebildeter, selbstverliebter Gockel“ aufgedrückt. Erst einige Jahre später begriff ich, 1) daß mir hier der damalige Leiter der Düsseldorfer Kunstakademie, einer der bekanntesten deutschen Maler, Grafiker und Bildhauer der Gegenwart höchst persönlich über den Weg gelaufen/gerauscht war und 2) daß ich über eine nicht allzu schlechte Menschenkenntnis verfüge… :-) .
Nichtsdestotrotz nahm ich am letzten Aprilwochenende 2018 die Gelegenheit wahr, im Zuge eines Ausflugs zu diversen Burgen im Münsterland einen persönlichen Blick in die aktuelle Lüpertz-Sonderausstellung des Museums Burg Vischering zu riskieren. In ihrem Fokus stehen vor allem mittelformatige Papierarbeiten des Künstlers: Zeichnungen, (colorierte) Druckgrafiken (Holz- und Siebdrucke) und Gouachen. Gezeigt werden in Lüdinghausen aber auch einige kleinere Skulpturen – ihre direkte Verwandtschaft zu den monumentalen öffentlichen Lüpertz-Arbeiten wie z.B. „Mozart“, Dionysos“ oder „Herkules“ ist unverkennbar.
Ich bin erstaunt, wie weitläufig und umfangreich die Ausstellung ist – diese „Größe“ hätte ich im eher „provinziellen“ Lüdinghausen nicht erwartet! Zudem stelle ich erfreut fest, daß mich die Exponate nicht völlig unberührt lassen; ich gebe gerne zu, daß mich einige der Arbeiten sogar positiv ansprechen! Was lernen wir daraus? Es schadet nie – allen Vorurteilen zum Trotz – einen zweiten (oder auch dritten) Blick auf eine Person/eine Sache/einen Sachverhalt zu werfen. -AEK

P.S.: Für alle Lüpertz-Jünger: Solltet Ihr auf Basis dieses Beitrags einen Ausflug ins Münsterland planen, so erkundigt Euch doch bitte im Vorfeld nochmals genau beim Veranstalter, wie lange die Ausstellung geht! Laut Internetseite wäre sie am 29.04.18 beendet, laut Ausstellungsflyer läuft sie noch bis zum 12.08.18…