Archiv für den Monat: Juli 2018

„Annie Albers“

Annie Albers
K20 – Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
09. Juni – 09. September 2018

Harte Schale, textiler Kern: Annie Albers im Düsseldorfer K20
Harte Schale, textiler Kern: Annie Albers im Düsseldorfer K20

Viel zu lange wurde eigentlich viel zu wenig über Annie Albers und ihre Arbeit geredet. Kurz vor dem 100jährigen Bauhaus Jubiläum kommt die große Retrospektive im K20 gerade recht, um hier ein wenig Abhilfe zu schaffen. Ganz im Sinne des Bauhaus-Gedankens hat Annie Albers Kunst und Handwerk, Schauobjekt und Gebrauchsgegenstand, Design und Lehre miteinander verknüpft. Zunächst tat sie das als Bauhaus-Studentin und (als Nachfolgerin Gunta Stölzls) Leiterin der Textilwerkstatt. Später dann, nach der durch die Nationalsozialisten veranlassten Schließung des Bauhauses, im Exil als Lehrende am Black Mountain College in den USA. Und sie kann für sich beanspruchen, das Weben als Kunstform der Moderne etabliert zu haben. Ihre gewebten abstrakten Bilder, aus denen sich textile Strukturen hervorarbeiten, lassen ahnen, wie intensiv sie sich mit Material und Technik, mit einer für textile Medien passenden Formensprache auseinandergesetzt hat. Und sie machen auch staunen darüber, wie faszinierend diese Kunst sein kann. Außerdem wird auch Annie Albers‘ Beitrag zum modernen Design gewürdigt, zeigt die Ausstellung doch nicht nur textile Bilder, sondern auch diverse Gebrauchs-Designs wie Textilmuster und Entwürfe. Albers „Idee des gewebten Fadens als Form einer universellen Sprache“ (so die Ausstellungsmacher) kann im K20 plastisch erlebt werden. Sehenswert. -MM