Archiv für den Monat: Juni 2018

“Christopher Lehmpfuhl: Faszination Plein Air Malerei“

“Christopher Lehmpfuhl: Faszination Plein Air Malerei“
Kunsthaus Hänisch, Kappeln/Schlei
12. Mai – 17. Juni 2018

Jede Menge Öl rund um den Flügel: Christoph Lehmpfuhl im Kunsthaus Hänisch
Jede Menge Öl rund um den Flügel: Christopher Lehmpfuhl im Kunsthaus Hänisch

Welch eine schöne Überraschung – eine Christopher Lehmpfuhl-Ausstellung in unserem diesjährigen Urlaubsdomizil Kappeln an der Schlei!

Wir hatten echt mehr Glück als Verstand, denn die Schau im Kunsthaus Hänisch lief lediglich 5 Wochen von Mitte Mai bis Mitte Juni, und das auch nur von Donnerstag bis Sonntag, 11 bis 17 Uhr. Als wir die eher am Ortsrand Kappelns gelegene Stadtvilla bei unserem ersten Stadtrundgang entdeckten, war das schon am 10. Juni gegen 15:30 Uhr. Quasi kurz vor Toresschluss – also nichts wie hinein in die gute(n) Stube(n)!

Wow! Im ganzen Haus über zahlreiche kleine und große Räume verteilt gab es Lehmpfuhl pur: kleinformatige Aquarelle und großformatige Ölbilder; Meerlandschaften, Berge und Städteansichten zu allen Jahreszeiten; und das nicht nur bei strahlendem Sonnenschein, sondern auch bei Regen, Schnee und Sturm.

Denn Christopher Lehmpfuhl ist bekannterweise kein „Schönwettermaler“, sondern ein Plein Air Maler durch und durch. Die ebenfalls in den Ausstellungsräumen gezeigten Fotografien seiner Schwester Karena Collet zeigten es recht gut: ob z.B. in Australien, Neuseeland, Island, Irland, auf Helgoland, in den Alpen oder in Berlin: Lehmpfuhl ist immer ganz nah dran am Motiv seiner Wahl. Er benötigt zum Arbeiten kein klassisches Atelier, sondern transportiert die für seine Werke erforderlichen Malgründe und Malfarben immer zum jeweiligen „Objekt“. Auch, wenn das mitten im Nirgendwo liegt. Und das nicht nur bei kleinformatigen luftigen Aquarellen, sondern auch für seine großformatigen Leinwände mit gewichtiger Ölfarbe.

Bei ihrem Anblick stockt mir übrigens jedes Mal der Atem: Lehmpfuhl trägt das von Hause aus cremige Malmaterial teilweise Zentimeterdick mit bloßen (behandschuhten) Händen fast immer direkt aus Farbeimern auf den Untergrund auf. Palette und Pinsel sind für ihn überflüssig. Die Motive scheinen so nahezu dreidimensional, verfügen zumindest immer über eine gehörige Portion „Struktur“. Eben wie die Landschaften selber, die Lehmpfuhl malt. Und das in purem Öl…Einfach atemberaubend schön!

Mein Tipp: schaut doch mal auf die Webseite des Künstlers! Dort gibt es einige Filme, bei denen man Christopher Lehmpfuhl bei seiner expressiven Outdoorarbeit zuschauen kann. -AEK