Archiv für den Monat: August 2017

“Jasper Morrison: Thingness“

Jasper Morrison: Thingness
bauhaus archiv – museum für gestaltung, Berlin
22. März bis 23. Oktober 2017

Blick in die Jasper Morrison Ausstellung
Blick in die Jasper Morrison Ausstellung: Viel hat er entworfen – und feinsäuberlich auf Staffeleien drapiert…

Seit 35 Jahren entwirft der Brite Jasper Morrison Möbel, Geschirr, Alltagsgegenstände jeder Art. Und das macht er offenbar gut (weil sehr erfolgreich) und auf besondere Art (weil stets auf die Zweckmäßigkeit fokussiert). Ich selber habe mich schon vor Jahren in einen fast prototypischen Morrison Stuhl verguckt. Der „Ply Chair“ besticht als schlichtes Holzmöbel (oder eher: Skulptur?), dem man sein Konstruktionsprinzip genau ansieht und der dann wesentlich bequemer ist als man erwartet. Ok, er ist auch einfach schön. Im Berliner Bauhaus Archiv wird Morrison nun seine erste Retrospektive ausgerichtet. An den vielen ausgestellten Gegenständen ist wunderbar abzulesen, wie Morrison neben der erwähnten Zweckmäßigkeit immer wieder auf aktuelle Wohntrends als auch – ganz im Sinne des Bauhauses – auf die Möglichkeit der industriellen Fertigung eingeht. Zudem erwähnenswert: Die ausgestellten Fotografien des Designers. Hier zeigt sich das auf genaues Hinsehen, Analysieren und Hinterfragen geschulte Auge des Briten. Wer das selber zu Hause erleben möchte: Einfach mal im Web nach Büchern von Morrison suchen.  Lohnt sich! -MM

„bauhaus in bewegung“

„bauhaus in bewegung“
bauhaus archiv – museum für gestaltung
berlin
01.märz – 13. november

besonderes berliner bau - das bauhaus archiv wird bald wieder aufgehübscht und erweitert
besonderer berliner bau – das bauhaus archiv wird bald wieder aufgehübscht und erweitert

von den weit mehr als 175 museen in berlin ist das bauhaus-archiv sicherlich nicht das größte und bekannteste – für mich persönlich jedoch eines der schönsten und interessantesten! beherbergt es doch viele der wunderbaren arbeiten, die zwischen 1919 und 1933 in der von walter gropius gegründeten kunstschule von zahlreichen, noch heute namentlich bekannten lehrern (e.g. lyonel feininger, wassily kandinsky, paul klee, johannes itten, josef albers, oskar schlemmer und lászló moholy-nagy) und schülern (e.g. max bill, wilhelm wagenfeld, marcel breuer, anni albers, marianne brandt, gunta stölzl, andreas feininger, lux feininger und fritz winter) geschaffen wurden!
beim betreten der aktuellen themenausstellung „bauhaus in bewegung“ wird einem sofort klar: die idee „bauhaus“ hat auch heute, rund 100 jahre später, nichts an reiz verloren! denn: im gegensatz zur nicht nur damals üblichen klassischen akademieausbildung setzte man am bauhaus auf eine ausgewogene kombination aus bildender, angewandter und darstellender kunst. so gab es in der „kathedrale der kunst“ keine „klassen“, sondern „werkstätten“, in denen nicht selten parallel gemalt, skizziert, fotografiert, gebaut, getischlert, geschmiedet, getöpfert, gewebt, gesungen, geschauspielert, geschrieben und gedichtet wurde. die meisten der exponate – ein äußerst kreatives sammelsurium aus gemälden, skulpturen, fotografien, skizzen, modellen, möbeln, wandteppichen, lampen, keramiken, schmuck und gegenständen des täglichen gebrauchs – wirken daher auch im 21. jahrhundert eher äußerst modern, denn verstaubt antiquarisch. und sind somit echte „designklassiker“.
einige von ihnen und zahlreiche andere schöne dinge kann man übrigens direkt im anschluss an den ausstellungsbesuch im benachbarten museumsshop käuflich erwerben. keine angst – hier gibt es design für jeden geldbeutel.
aber aufgepasst: im herbst 2017 ist erst einmal schluss mit den inspirierenden ausflügen nach berlin-tiergarten! passend zum 100-jährigen jubiläum wird das 1979 nach einem gropius-entwurf gebaute und in betrieb genommene haus erst einmal saniert und um einen neubau des berliner architekturbüros staab architekten erweitert. die wiedereröffnung ist für 2021 geplant – hoffen wir mal, daß es dem bauhaus archiv berlin in diesem punkt besser ergeht als dem berliner flughafen… -AEK