Archiv für den Monat: September 2016

Kunstmuseum Gelsenkirchen

Kunstmuseum Gelsenkirchen
Dauerausstellung

Gelungene Kombination aus "alt" und "neu": das Museum Gelsenkirchen an der Horster Straße in Buer
Gelungene Kombination aus „alt“ und „neu“: das Museum Gelsenkirchen an der Horster Straße in Buer

Dass Gelsenkirchen einen Fußballclub hat, das weiß jedes Kind. Dass es dort aber auch ein wirklich tolles Museum gibt, das wissen scheinbar nur Wenige. Denn wann immer Marcus und ich in den letzten Jahren dort waren, gab es neben uns – wenn überhaupt – lediglich eine Handvoll anderer Besucher. Und das bei freiem Eintritt!
Das Kunstmuseum Gelsenkirchen ist ein städtisches Museum mitten im Zentrum von Gelsenkirchen-Buer, nur knapp 3 km entfernt von der Wirkungsstätte des legendären FC Schalke 04. Schon das Museumsgebäude selber ist spannend: eine stattliche alte Gründerzeitvilla, verbunden mit einem recht großen modernen Anbau im Stil der 80er. Geboten wird ein reichhaltiges Kunst-Potpourri von der klassischen Moderne bis hin zu Arbeiten aus jüngster Zeit. Hier ein paar Namen der ausgestellten Künstler: Max Liebermann, Käthe Kollwitz, Lovis Corinth, Emil Nolde, August Macke, Karl-Schmidt-Rottluff, Laszlo Moholy-Nagy, Victor Vasarely, Max Ernst, René Magritte, Emil Schumacher, Karel Appel, Hans Hartung, Ad Reinhardt, Andy Warhol, Heinrich Siepmann, Gerhard Richter, Konrad Klapheck, Carlos Cruz-Diez, Norbert Thomas und Udo Dziersk.
Zudem gibt es eine umfangreiche, wirklich wundervolle Sammlung Kinetischer Kunst! Die bekanntesten Vertreter hier sind sicherlich die Künstler der deutschen Gruppe ZERO – Günther Uecker, Heinz Mack und Otto Piene – sowie der Italiener Gianni Colombo. Nicht wenige der Werke sind elektrisch betrieben: sie ändern ihr Aussehen, ihre Farbe und/oder geben Geräusche von sich. Mein persönliches Highlight: ein Objekt des New Yorker Konzeptkünstlers David Fried – ein Tisch, auf dem sich Kugeln wie von Geisterhand lautlos fortbewegen. Versprochen: der Gang durch diesen Teil der Ausstellung ist wirklich alles andere als langweilig!
Übrigens: Sehenswert in Gelsenkirchen ist auch das Musiktheater Gelsenkirchen! Es zählt zu den herausragenden Bauten deutscher Nachkriegsarchitektur und beherbergt u.A. große monochrome Bildtafeln und Schwammreliefs von Yves Klein in strahlendem Ultramarinblau und zwei Mobiles von Jean Tinguely. -AEK

„Andreas Gursky: nicht abstrakt“

Andreas Gursky: nicht abstrakt
Andreas Gursky
K20 – Kunstsammlung NRW, Düsseldorf
02.07. – 06.11.2016

Interviewheft Andreas Gursky / Marion Ackermann
Sonnige Landschaft: Das für einen Euro zu habende Interview von Marion Ackermann mit Andreas Gursky zeigt auf dem Titel die aktuelle Arbeit „Les Mées“ (2016)

Neue Gursky-Arbeiten in Düsseldorf – das ist für Foto-Liebhaber und Freunde der Düsseldorfer Schule natürlich ein Muss. Und durchaus eine lohnende Sache, werden im K20 doch einige Arbeiten zum ersten Mal überhaupt präsentiert, die zudem eigens für diese Ausstellung und die entsprechende Raumsituation erstellt wurden. (Abstrakte?) Tulpenfelder, weite Hügel, die von Solarpanels überzogen sind, Warenlager in riesigen Formaten und all das begleitet (das gab’s bei Gursky auch noch nie) von einer Soundinstallation des Kanadiers Richie Hawtin (eine schöne zusätzliche Ebene zu den Bildern). Auch das Konzept, neben einem reinen „Gursky-Saal“ noch verschiedene seiner Fotografien in die Sammlungsräume des K20 zu integrieren und sie mit ganz unterschiedlichen Werken anderer Künstler in Dialog treten zu lassen, hat mir gut gefallen. Einziger Wehrmutstropfen: Ich hätte mir mehr Fläche gewünscht. Die Ausstellung ist toll, aber überschaubar. Und der Gedanke, weitere Fotografien in den großen Sälen im K20-Erdgeschoss zu sehen, wäre doch wirklich zu verlockend gewesen. -MM