Archiv für den Monat: Mai 2016

„Kaleidoscope“

„Kaleidoscope“
Arken Museum for Moderne Kunst, Ishøi, Dänemark
2.1.2016 – 5.2.2017

Arken Museum, Ishoj
Viel Kunst im Beton: Arken feiert den 20. Geburtstag

Arken – das ist ein betongewordenes Segel im dänischen Ishøi vor den Toren Kopenhagens, prall gefüllt mit moderner zeitgenössischer Kunst. Schon vor 20 Jahren haben wir dieses Kleinod zum ersten Mal kurz nach der Eröffnung besucht – und jetzt sind wir pünktlich zum Geburtstag wiedergekommen. Denn in der Tat: Zum 20. feiert Arken sich selber und zeigt in seiner 150 Meter langen „Kunst-Achse“ eine riesige Auswahl aus dem umfangreichen Bestand. Die Werke – Bilder, Fotografien, Installationen, Skulpturen… – sind dabei nicht chronologisch geordnet, sondern vermischen sich im zeitlichen Chaos. Dafür aber korrespondieren sie miteinander, suchen Bezüge oder folgen einfach einer ähnlichen Ästhetik. Auf jeden Fall ein schönes Wiedersehen!

Niki in der Arche: Eingang zur großen Saint Phalle Schau
Niki in der Arche: Eingang zur großen Saint Phalle Schau

Neben der Jubiläumsausstellung wurden zudem zwei weitere Sonderausstellungen gezeigt: Zum einen eine umfangreiche Niki de Saint Phalle Schau, zum anderen eine nicht weniger große Gerda Wegener Retrospektive. Und auch immer einen Besuch wert: Die ständige Damien Hirst Ausstellung. Viel zu sehen also in Ishøi – und dem trägt die deutliche Erweiterung der Ausstellungsfläche seit der Eröffnung vor zwei Jahrzenten klar Rechnung.

Fazit: Wer in Kopenhagen weilt, sollte der Arche in Ishøi stets einen Besuch abstatten – das lohnt sich immer! -MM

 

„No Limits“

No Limits
Mario Testino
Kunstforeningen GL Strand, Kopenhagen, Dänemark
13.05. – 18.09.2016

Mario Testino im GL Strand, Dänemark
Mit dem Fahrrad an den „Strand“: Mario Testinos Fotografien werden im Kunstverein Gamle Strand im Kopenhagener Stadtzentrum gezeigt.

Auf sechs bis acht Ausstellungen pro Jahr bringt es die „Kunstforeningen“ (was ungefähr Kunstverein/Kunstgesellschaft bedeutet) inmitten der Kopenhagener City. Und noch bis bitte September hat man sich für Mario Testino entschieden, zeitgenössicher Fotograf, sowohl bekannt für seine Titelseiten bekannter Modemagazine, für seine Aktaufnahmen und auch für seine Bilder diverser „Royal Families“, sei es aus Schweden, Norwegen, Dänemark, den Niederlanden oder natürlich UK. Das ist mal in der Tat eine große Bandbreite. Und definitiv schön anzuschauen. Nach eigener Aussage kommt es Testino beim Fotografieren auf den „speziellen Moment“ an. Da verzichtet er gerne schon mal auf die hundertprozentige theoretische Perfektion, wenn im Bild stattdessen der „Funke überspringt“. Das kann durchaus bei Aufnahmen sein, die nach dem eigentlichen Shooting zustande kommen. Oder natürlich immer wieder bei seiner leidenschaftlich betriebenen „Street-Photography“, die in der Ausstellung jedoch leider nicht auftaucht. Auf der anderen Seite sieht man vielen der Bilder an, wie aufwändig sie produziert sind, wie viel Planung dahintersteckt. Vielleicht ist es gerade die Mischung von geplanter Inszenierung und Gespür für den Moment, die Testinos Bilder auszeichnet. Und plötzlich kann auch ein offizielles Portrait eines Thronfolger-Paares ein Stückchen Gefühl vermitteln. Ist doch schön, oder? -MM

Design Museum Danmark, Kopenhagen

Design Museum Danmark, Kopenhagen, Dänemark
permanent

Das Design Museum Danmark ist so gross, dass es nicht aufs Foto passt :-)
Das Design Museum Danmark ist so gross, dass es nicht aufs Foto passt :-)

Natürlich gibt es in Kopenhagen auch ein Designmuseum! Man findet es rund 1 km entfernt vom königlichen Schloss Amalienborg im Royal Frederik´s Hospital, dem ersten öffentlichen Krankenhaus Dänemarks.
Für mich sehr überraschend: Das Design Museum Dänemark feierte letztes Jahr bereits seinen 125. (!) Geburtstag, wobei von Anfang an der Sammlungsschwerpunkt des Hauses nicht nur auf einheimischem Design, sondern auch auf Angewandter Kunst aus Japan lag. Zeugnis dafür sind z.B. die vielseitigen Exponate der Dauerausstellung „Learning from Japan“, die Werke aus beiden Ländern direkt gegenüberstellt.
Modefreaks empfehlen wir auf jeden Fall auch den Part „Fashion & Fabric“,  der – wie sollte es anders sein – ca. 400, meist dänische Textilien verschiedenster Art, u.a. Kleider, Jacken, Mäntel, Hüte, Schuhe und Unterwäsche aus den letzten 300 Jahren zeigt.
Unser Tipp für all die, die auf Porzellan stehen: Das Haus beherbergt auch eine große „Porcelain Collection“  mit mehr als 3000 fragilen Kostbarkeiten aus den Jahren 1700 bis 1880!
Meine persönlichen Highlights: Die permanent zu besichtigenden Ausstellungen „Design und Crafts of the 20th Century“ und „Danish Design Now“.  Betrachten sie doch alle Aspekte des (dänischen) Designs und zeigen bunt gemixt gut designte Gegenstände des Alltags wie z.B. Möbel, Haushaltsgegenstände, Kleinelektrogeräte, Leuchten, Fahrräder, Schmuck oder Werbeplakate. (Fast) überall wo man hinsieht eine ausgewogene Mischung aus schlichter Formalität, Minimalismus und Funktionalität. Ich muß doch in diesem Zusammenhang nicht extra erwähnen, dass hier natürlich auch zahlreiche Klassiker der dänischen Designpäpste Verner Panton und Arne Jacobsen vertreten sind, oder?
Zudem gibt es im Dänischen Designmuseum immer wieder variierende Sonderausstellungen. Bis zum 21.08.2016 läuft z.B. noch „Spheres – Perspectives in Precision & Poetry for BMW designed by Alfredo Häberli“.  (Unbedingt einen der wirklich gelungenen Häberli-Sessel ausprobieren!).
Merkt Ihr? Nehmt Euch unbedingt genug Zeit für Euren Besuch des Design Museum Danmark – es lohnt sich! Wie in fast allen Museen sorgt übrigens auch hier ein Café fürs leibliche Wohl. Eine Auswahl „Souveniers designed in Denmark“ gibt es dann in einem (kleinen) Shop. –AEK

„Eye Attack – Op Art and Kinetic Art 1950 – 1970“

„Eye Attack – Op Art and Kinetic Art 1950 – 1970“
Louisiana Museum of Modern Art, Humblebaek, Dänemark
4.2.2016 – 5.6.2016

Katalog Eye Attack im Louisiana Museum
Echter Hingucker: Auch mit dem Programmheft und dem wirklich schönen „Eye Attack“ Katalog machen die Dänen den Betrachter schön schwindelig.

Keine Frage – da kann einem schon mal schwindelig werden. Das gilt für einen Louisiana-Besuch eigentlich sowieso, denn allein schon die umwerfende Küsten-Lage des Museums und der phantastische Blick durch den Park auf das Wasser können dafür sorgen. Die aktuelle Ausstellung „Eye Attack – Op Art and Kinetic Art 1950 – 1970“ aber macht das Kunst-Anschauen an vielen Stellen tatsächlich zu einer körperlichen Erfahrung. Also Augen auf und rein ins Vergnügen – hier ist wirklich vertreten, was Rang und Namen hat. Zuvorderst Victor Vasarely und Bridget Riley, aber auch alte ZERO-Bekannte wie Uecker oder Mack. Besonders beeindruckt hat mich in all der Vielfalt eine Rauminstallation von Gianni Colombo. In Spazio Elastico (Elastischer Raum) von 1967/68 hat der 1993 verstorbene Italiener in einem nur durch UV-Licht erhellten Raum fluoreszierende elastische Bänder in einer dreidimensionalen Gitterstruktur gespannt, die zudem durch Elektromotoren bewegt und verschoben werden. Man betritt den Raum, bewegt sich selber durch die Installation, während sich die Umgebung ständig verändert, für Desorientierung und Verunsicherung sorgt, dabei gleichzeitig einfach unglaublich schön ist. Eine starke Erfahrung – da wollte ich gar nicht mehr raus…

Louisiana Museum für moderne Kunst
Calder an der Küste: Im „Louisiana“ ist Kunst auch ein Outdoor-Erlebnis. Gerne auch mit einem Tässchen Kaffee auf der Terrasse…

Aber das galt eigentlich für die gesamte „Eye Attack“ Ausstellung. Da wird man optisch getäuscht, stehendes bewegt sich scheinbar, kinetisches sorgt für erstaunliche Effekte. Dabei taucht zwangsläufig immer wieder die Frage nach Illusion und nach der Zuverlässigkeit der eigenen Wahrnehmung auf. Und gleichzeitig fühlt sich die Ausstellung an wie eine große Wunderwelt, wie ein Spielplatz für Erwachsene (und Kinder auch). Ach, wie schön ist Louisiana! -MM

„Lasse Bak Mejlvang: Beard“

„Lasse Bak Mejlvang: Beard“
Brandts Museum of Art & Visual Culture, Odense, Dänemark
22.4.2016 – 23.10.2016

Bilder mit Bärtchen - wie hier in der Broschüre zur Ausstellung "Beard" - zeugen von Individualität. Und von toller Portrait-Fotografie!
Bilder mit Bärtchen – wie hier in der Broschüre zur Ausstellung „Beard“ – zeugen von Individualität. Und von toller Portrait-Fotografie!

Bärte, Bärte, überall Bärte. Da trifft die Ausstellung des Fotografen Lasse Bak Mejlvang im Odenser Brandts Museum wohl nicht nur das Interesse des trendigen Hipsters, sondern überhaupt den Zeitgeist. Oder vielleicht besser: die „Zeitgeiste“, sind Bärte unterschiedlichster Art doch schon seit Jahrhunderten Ausdruck männlicher Identität und ja – auch männlichen Modebewusstseins. Mejlvang hat im Oktober 2015 die Bart- und Schnäuzer Weltmeisterschaft in Österreich besucht und daraus eine wunderbare Foto-Serie kreiert. Exzentriker, Gesichtshaar-Verrückte, Bartträger jeglicher Couleur. Oder auch einfach: Schöne Portrait-Fotos von spannenden Menschen. Ähh, Männern, in diesem Fall. -MM

„John Kørner: Life Attacks You“

„John Kørner: Life Attacks You“
Brandts Museum of Art & Visual Culture, Odense, Dänemark
22.4.2016 – 23.10.2016

John Kørner hat mehr zu bieten als Text auf Flyern. Aber dafür ist ein Live-Besuch wohl unumbgänglich...
John Kørner hat mehr zu bieten als Text auf Flyern. Aber dafür ist ein Live-Besuch wohl unumbgänglich…

Die Ausstellung von John Kørner in Odense ist allein schon wegen ihrer Präsentation einen Besuch wert: Da betritt der Besucher einen Raum, nein, eine Gesamtinstallation, in der ihn Gitterstäbe von den eigentlich ausgestellten Bildern trennen. Wie durch imaginäre Gefängnisflure bewegt man sich und bestaunt die „eingesperrten“ Bilder Kørners, der als einer der bemerkenswertesten zeitgenössischen Künstler Dänemarks gilt. Und diese Bilder sind spannend. Sie erzählen Geschichten, sind dabei aber auf überschaubare Elemente reduziert. Motto: „What is the smallest number of brush-strokes needed to tell a story?“ Einsame Figuren in stillen Landschaften. Eine Ausstellung – still, etwas bedrückend und sehr faszinierend. -MM

„The Dream of Flying“

„The Dream of Flying“
Brandts Museum of Art & Visual Culture, Odense, Dänemark
18.3.2016 – 4.9.2016

Der Mensch will hoch hinaus - und träumt vom Fliegen. Im Odenser Museum Brandts in Dänemark!
Der Mensch will hoch hinaus – und träumt vom Fliegen. Im Odenser Museum Brandts in Dänemark!

Der Traum vom Fliegen – da hatte ich im ersten Moment eher an eine technische Ausstellung gedacht, die mir die Geschichte der Fliegerei und deren technische Entwicklung näherbringen will. Von wegen – weit gefehlt. Die Ausstellung im Dänischen Brandts Museum konzentriert sich tatsächlich auf die Kunst, in der sich die vielen Aspekte der Faszination des Traums vom Fliegen über Jahre und Jahrzehnte spiegeln. Und da wird das Fliegen plötzlich zur Metapher, steht es doch für die Überschreitung von Grenzen, für Träume, für Freiheit, für Erfindergeist und Fortschritt. Aber auch für Misserfolge, Scheitern, Katastrophen. Da geben sich Technikgläubigkeit, Selbstüberschätzung, der Wille , sich über die eigenen Einschränkungen zu erheben, die wunderbare Lust, Ziele zu erreichen ein Stelldichein. Kurz und gut: Fliegen steht hier für viel mehr. Statt technischer Information erwartet die Besucher eine Ausstellung, die archaische Themen aufgreift und an vielen Stellen das Selbstverständnis des Menschen hinterfragt. Für mich überraschend – und wirklich gut! -MM

„Karl Hurm: Colours – Stories – Poems“

„Karl Hurm: Colours – Stories – Poems“
Kulturforum Würth Kolding
14.11.2015 – 14.11.2016

Würth Gebäude im Dänischen Kolding
Spitzensache: Bei Würth wird aus Schrauben Kunst gemacht. Und Interessierten kostenlos gezeigt! Sogar in Dänemark.

Seit nun schon 25 Jahren steht der Name Würth nicht nur für hochwertiges Befestigungs- und Montagematerial, sondern auch für Kunst und Kultur – und das weltweit.

Angefangen hat alles im Jahre 1991 mit einem Museum direkt am Stammsitz der Adolf Würth GmbH & Co. KG im fränkischen Künzelsau. Inzwischen gibt es zudem die Kunsthalle Würth und die Johanniterkirche in Schwäbisch Hall sowie elf Kunstdependancen in den europäischen Landesgesellschaften der Würth-Gruppe. Gezeigt werden in den Würth-Häusern vor allem Werke aus der eigenen Sammlung, die seit den 1960ern vom Sohn des Firmengründers, Reinhold Würth, kontinuierlich aufgebaut wurde und aktuell aus nicht weniger als 17000 (!) modernen und zeitgenössischen Arbeiten nebst zahlreicher spätmittelalterlicher Malereien und Skulpturen besteht.
Im Kulturforum Würth Kolding (Dänemark) präsentiert man derzeit eine Art Retrospektive des uns bis dahin unbekannten Stuttgarter Künstlers Karl Hurm. Dessen meist sehr kleinformatige farbintensive Werke können wohl der Naiven Kunst zugeordnet werden, einer Kunstrichtung, die mir und Marcus zugegebenermaßen eigentlich eher weniger zusagt. Nicht desto trotz gestaltet sich der Gang durch die Ausstellung für uns als ein äußerst positives Erlebnis, ermöglicht die Schau doch zugleich einen Einblick in die spannende Architektur des kombinierten Büro- und Museumskomplexes.
Schön, dass es immer wieder Kunstsammler gibt, die ihre Passion (kostenlos!) mit anderen (meist weniger betuchten) Kunstinteressierten teilen! Danke Herr Würth – wir besuchen Ihre Häuser auch in Zukunft nur allzu gerne, sofern wir mal wieder in Ihrer Nähe sind! -AEK

Trapholt Museum for Moderne Kunst, Kolding

„Trapholt Museum for Moderne Kunst, Kolding“
permanent

Das Design-Highlight in Trapholt schlechthin: Die Besichtigung von Arne Jacobsens Kubiflex-Sommerhaus
Das Design-Highlight in Trapholt schlechthin: Die Besichtigung von Arne Jacobsens Kubeflex-Sommerhaus

Kolding? Eine Stadt im Südwesten Dänemarks? Nie gehört? – Schade, denn Kolding hat eine Menge zu bieten in Sachen Kunst, Design und Architektur!
So z.B. Trapholt, das modernste und gleichzeitig fünftgrößte Kunstmuseum Dänemarks. Es liegt gut 5 km vom Stadtkern entfernt direkt am Kolding Fjord mitten in einem herrlichen Skulpturenpark. Bei unserem Besuch Anfang Mai finden wir eine gelungene Mischung aus bildender Kunst, Kunsthandwerk, Design und Möbeldesign vor. Hier unsere Highlights:
1) In der Sonderausstellung „Trapholt – Din Udstilling“ (04.12.2015 – 30.12.2018) bekommt man nicht nur einen ausführlichen Blick in die Schätze des Museums geboten – so besitzt man in Kolding neben einer feinen Sammlung moderner Kunst auch Dänemarks größte Sammlung von Stühlen! – sondern erhält zudem mittels moderner Technik die Möglichkeit, interaktiv seinen eigenen Museumsraum zusammenzustellen!
2) Die Fotoausstellung „Hairstyles and Headdresses“ des nigerianischen Künstlers J. D. Okhai Ojeikere (20.04.2016 – 23.10.2016) zeigt kunstvoll gestylte, einzigartige Frisuren, die in seiner Heimat traditionell bei besonderen Ereignisse wie z.B. Hochzeiten oder Geburtstagen getragen werden.
3) Das auch heute noch etwas futuristisch anmutende Kubeflex-Sommerhaus des großartigen Dänischen Designers Arne Jacobsen! In dem 1970 entworfenen Prototyp bestehend aus sechs flexibel zusammenstellbaren 10 qm großen Würfeln verbrachte die Familie Jacobsen noch bis vor kurzem ihre Ferien an einem dänischen Strand. Für seine neue Heimat Trapholt wurde das Haus inzwischen restauriert und mit von Jacobsen entworfenen Möbeln und Gebrauchsgegenständen ausstaffiert und kann täglich zu bestimmten Zeiten im Rahmen einer (dänischen) Führung besichtigt werden.
4) Ach ja: Unbedingt empfehlenswert ist auch ein ausführlicher Streifzug durch den Museumsshop – wir zumindest sind dort auf eine Menge schöner, typisch danischer Dinge gestoßen, die genau unseren Geschmack getroffen haben. -AEK

„Reality hung up so I called“

Reality hung up so I called
Mareike Foecking
NRW Forum, Düsseldorf
12.02- – 22-05.2016

Mareike Foecking im NRW Forum
Treppchen rauf: Mareike Foecking stellt aus im NRW Forum

Ein kleiner Schatz – etwas versteckt in beiden Flügeln des NRW-Forums inmitten der großen Horst P. Horst Retrospektive – und definitiv sehenswert: Diese hochspannende Ausstellung von Mareike Foecking! Die Düsseldorfer Künstlerin bietet im Vergkeich zu Horst eine ganz andere, umso wunderbarere Art der Fotografie. Aus den dunkelgrauen Wänden der Horst-Ausstellung tritt man in gleißendes Weiß. Die Foecking-Fotografien kommen in diversen Formaten daher, sind zum Teil über ganze Museumswände verteilt gehängt. Und sie sind selbstreferenziell, hinterfragen sie doch zum Beispiel den Einfluss von Bildern auf unsere Wahrnehmung, stellen die Frage, was real, fiktiv oder gar virtuell ist und wie die Digitalisierung (sicher nicht nur der Bilder) auch den Menschen an sich verändert. Herausheben möchte ich gerne eine besondere Serie von Fotografien, in denen Foecking die alljährlich für die Düsseldorfer Rosenmontagsumzüge verbarrikadierten Prestige-Shops auf der Königsalle zeigt. Klar und geradlinig komponierte Strukturen von Bretterveraschlägen, an deren Rändern sich immer wieder das eine oder andere Logo bekannter Nobel-Marken hervorwagt. Ungemein ästhetisch – und wunderbar ironisch! -MM