Archiv für den Monat: Dezember 2015

“iF design exhibition“

“iF design exhibition“
iF design exhibition, Hamburg
permanent

noch im Bau: der Hamburger Stadteil Hafen-City - hier ein Blick auf die fast fertige Elbphilharmonie
Noch im Bau: der Hamburger Stadteil Hafen-City – hier ein Blick auf die fast fertige Elbphilharmonie

Designer werden sie kennen – die iF International Forum Design GmbH mit Sitz in Hannover.

Seit über 60 Jahren vergibt diese unabhängige Institution mit Hilfe einer Jury von international renommierten Persönlichkeiten aus Design, Industrie und Bildung für Produkte des täglichen Lebens ein anerkanntes Markenzeichen für herausragende Gestaltung – das rote „iF-Logo“.

Die brandneue Ausstellung mitten im neuen, immer noch stark wachsenden Hamburger Stadtteil Hafen-City – selbst unser 2015 aktualisierte Reiseführer hatte sie noch nicht auf dem Schirm – präsentiert auf einer Ausstellungsfläche von 1500 m2 neben Projekten aus der Innenarchitektur und Konzepten aus aller Welt zahlreiche Produkte, Kommunikations- und Verpackungsgestaltungen, die ganz aktuell mit dem iF DESIGN AWARD 2015 ausgezeichnet wurden.

Kurz: Zu bestaunen sind u.A. Geschirr, Besteck, Vasen, Kaffeemaschinen, Mikrowellen, Kühlschränke, Weinhumidore, Klimaanlagen, Fahrräder, Sportbekleidung, Taschen, Bodenbeläge, Spielzeug, Automobile (per Video), Gesundheitsarmbänder und Leuchten im besten Design – alle versehen mit einer kurzen Erklärung, wieso das iF-Logo verliehen wurde.

Unser Tipp für Freunde schöner Dinge: Alternativ (und mit 4000 m2 nicht nur signifikant größer, sondern in meinen Augen auch deutlich schöner präsentiert) gibt es auf dem Gelände der Essener Zeche Zollverein (UNESCO-Welterbe!) das reddot design museum.  Auch hier geht es um prämierte Produkte mit aussergewöhnlichem Design – dieses mal jedoch mit dem „reddot-Logo“.-AEK.

„356 VIP – Very Important Porsches“

“356 VIP – Very Important Porsches“
Automuseum Prototyp, Hamburg
13. November 2015 bis 27. März 2016

Mitten in der Hamburger Hafen-City: das Automuseum Prototyp
Mitten in der schicken Hamburger Hafen-City: das Automuseum Prototyp

Zugegebenermaßen habe ich etwas gezögert, ehe ich diesen Beitrag für unseren Kunstblog angegangen bin. Denn eigentlich dreht sich im Hamburger Automuseum Prototyp alles um das Thema Automobil und nicht um Kunst.

Bei den gezeigten Modellen handelt es sich jedoch nicht um schnöde Gebrauchsgegenstände, sondern um echte Design-Klassiker. Gezeigt werden knapp 50 seltene Sport- und Rennwagen sowie historische Klassiker, u.A. ein „Brezel-Käfer“, der „Petermax Müller Weltrekordwagen“ aus dem Jahr 1949 und ein „Audi R8R LMP“, der Prototyp für Audis Le Mans-Fahrzeuge von 1999. Auch Michael Schumachers „Jordan 191“ kann bestaunt werden, zudem der erste Porsche-Formelwagen mit 165 PS.

Diese wirklich außergewöhnliche Sammlung wird ergänzt durch zahlreiche Details rund um die besonderen Automobile: Es gibt z.B. spannende Zeitdokumente in Form von Zeitungsberichten, Fotos und Filmen, diverse Exponate zum Thema „historische Motorsport-Bekleidung“ und schillernde Pokale. Auch findet man mehrere handgezeichnete Grafiken – früher die Vorlagen für den Druck von Broschüren und Plakaten. Und etwas versteckt im Erdgeschoss erhält man einen recht guten Einblick in das gefährlich Leben eines Rennfahrers am Beispiel der Vita von Wolfgang Alexander Albert Eduard Maximilian Graf Berghe von Trips, dem deutschen Formel 1-Vizeweltmeister von 1961, der diesen Titel leider erst „posthum“ zugesprochen bekam.

Wer möchte, der kann natürlich auch mit einem orangenen Porsche 356 eine schnelle Runde auf dem Nürburgring drehen (natürlich nur per Fahrsimulator!).

Mehr über dieses Kult-Modell erfährt man aktuell auch in der Sonderausstellung „356 VIP – Very Important Porsches“. Sie zeigt die Highlights aus 17 Produktionsjahren, 5 Baureihen und 76.000 Exemplaren.

Ach ja: Solltet Ihr Euch vor oder nach dem Museumsbesuch stärken wollen, so empfehle ich unbedingt einen Brownie im Museumscafé „Erlkönig“ – echt lecker! -AEK

„Now and Then“

Now and Then
Sarah Moon
27.11.2015 – 21.02.2016
Deichtorhallen Hamburg
Haus der Photographie

Halle vor dem Spiegel: Sarah Moon stellt im Haus der Fotografie aus
Halle vor dem Spiegel: Sarah Moon stellt im Haus der Fotografie aus

Das Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen zeigt weltweit erstmals das Gesamtwerk von Sarah Moon. Seit 1968 arbeitet sie als Fotografin, machte viele Mode- und Werbefotos und dann immer mehr freie künstlerische Arbeiten. Der eigenwillige fotografische Stil von Sarah Moon wirkt auf bestimmte Art „zeitlos mystisch“. Die Bilder sind oft unscharf, die Farben – so vorhanden – blass. So manche Fotografie erinnert von der Anmutung her fast an Pastellmalerei. Zudem fokussiert die Hamburger Ausstellung auf Moons filmisches Werk. Sie drehte diverse Kurzfilme (in denen sie zum Beispiel immer wieder Märchenmotive aufnimmt) sowie den Spielfilm „Mississippi One“. Alles in allem? Eigenwillig. -MM

„Alberto Giacometti – Meisterwerke aus der Fondation Maeght“

“Alberto Giacometti – Meisterwerke aus der Fondation Maeght“
Kunstmuseum Pablo Picasso, Münster
24. Oktober 2015 bis 24. Januar 2016

Münster steht Kopf: Alberto Giacometti im Kunstmuseum Pablo Picasso
Münster steht Kopf: Alberto Giacometti im Kunstmuseum Pablo Picasso

Und noch mal (nach London im September) Alberto Giacometti – sogar eine ganze Werkschau! Wo? Im Kunstmuseum Pablo Picasso in Münster!

Gezeigt werden rund 100 Werke eines meiner Lieblingskünstler: Gemälde, Grafiken, Zeichnungen und natürlich Skulpturen aus nahezu seiner gesamten Schaffenszeit – vom eher unspektakulären Frühwerk bis hin zum unverwechselbaren Giacometti-Style.

Den Großteil der Exponate fertigte der Schweizer Künstler nach Ende des zweiten Weltkrieges in der Kunstmetropole Paris an – so auch die Bronze-Serie „Femme de Venise“ (einfach wunderbar!), mit der er 1956 auf der Biennale in Venedig vertreten war.

In meinen Augen besonders gelungen: In der gesamten Ausstellung hängen viele Aufnahmen des mit Giacometti befreundeten Fotografen Ernst Scheidegger. Sie geben einen recht intimen Einblick in Giacomettis recht karg anmutende Ateliers und zeigen u.A. auch zwei seiner bevorzugten Modelle: seinen Bruder Diego und seine Frau Annette. -AEK

„Sammlung Moderne“

Sammlung Moderne
Kunstsammlung der Ruhr-Universität Bochum, Campusmuseum
permanent

etwas versteck: der Eingang zum Campusmuseum der RUB
Etwas versteckt: der Eingang zum Campusmuseum der RUB

Selbst Studenten der Ruhr-Universität Bochum kennen es nicht – das Campusmuseum mit seiner großartigen „Sammlung Moderne“! Seit nun mehr als 40 Jahren liegt es in direkter Nachbarschaft zur Universitätsbibliothek und somit genau gegenüber vom architektonisch recht auffälligen „Audi Max“ (= Auditorium Maximum) am Forumsplatz. Es beherbergt griechische und römische Kleinkunst, aber auch eine internationale Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst. Und genau diese hat es uns natürlich angetan.

Denn: Zu sehen sind im Wechsel hochkarätige Werke von z.B. Josef Albers, Bernd und Hilla Becher, Joseph Beuys, Max Bill, Alberto Giacometti, Gotthard Graubner, Andreas Gursky, Candida Höfer, Donald Judd, Lucio Fontana, Imi Knöbel, Günter Fruhtrunk, Norbert Kricke, Bruce Naumann, Arnulf Rainer, Erich Reusch, Gerhard Richter, Emil Schumacher, Richard Serra, Frank Stella, Thomas Struth, Cy Twombly, Victor Vasarely und Wols. Wow! Ein weiteres Highlight: eine Sandmühle von Günther Uecker (die leider zum Zeitpunkt unseres Besuchs nicht in Betrieb war).

Darüber hinaus gibt es noch über den ganzen Campus verteilt zahlreiche „Kunst am Bau“-Objekte – heißt: über 20 Wandmalereien und Reliefs, so z.B. von Josef Albers, Rupprecht Geiger, Günter Fruhtrunk, Erwin Heerich, Ulrich Rückriem und Victor Vasarely. Um sie alle zu finden benötigt man jedoch auch als Alumni einen guten Lageplan.

Und wenn man schon mal an der Ruhruniversität in Bochum-Querenburg ist, dann sollte man auch nicht verpassen, einen Rundgang über das ganze Gelände inklusive Unicenter zu machen – denn entgegen allen Unkenrufen verfügt dieses Areal mit Gebäuden vornehmlich aus den 60ern über einen ganz besonderen architektonischen Charme. -AEK