Archiv für den Monat: September 2015

“Ruhe vor dem Sturm. Postminimalistische Kunst aus dem Rheinland“

“Ruhe vor dem Sturm. Postminimalistische Kunst aus dem Rheinland“
Museum Morsbroich
13. September 2015 bis 10. Januar 2016

Moderne Kunst in traditionsreichen Räumlichkeiten: Schloss Morsbroich östlich des Leverkusener Zentrums.
Moderne Kunst in traditionsreichen Räumlichkeiten: Schloss Morsbroich östlich des Leverkusener Zentrums.

Die Ausstellung “Ruhe vor dem Sturm. Postminimalistische Kunst aus dem Rheinland“ im Museum Morsbroich zeigt deutlich: Spätestens seit der ersten „Minimal Art“-Schau in der neu eröffneten Düsseldorfer Kunsthalle im Jahre 1969 wurde die bereits fast 10 Jahre zuvor in den Vereinigten Staaten entwickelte Stilrichtung auch in rheinischen Ateliers praktiziert!

In Leverkusen zu sehen sind zahlreiche auf geometrische Grundformen reduzierte und mit industriell vorproduzierten Materialien gefertigte Arbeiten von Joseph Beuys, Isa Genzken, Ludger Gerdes, Imi Giese, Harald Klingelhöller, Imi Knoebel, Erinna König, Meuser, Reinhard Mucha, C.O. Paeffgen, Blinky Palermo, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Reiner Ruthenbeck, Thomas Schütte, Yuji Takeoka und Rosemarie Trockel. Zu Ehren seines 80. Geburtstags findet man unter den Skulpturen im angeschlossenen Schlosspark auch das aus 300 quadratischen Stahlplatten bestehende Objekt „Solar Rust“ (1984) des US-Amerikaners und Minimal-Art-Pioniers Carl Andre.

Beim Rundgang durch die Räume ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich spontan an den Slogan „Quadratisch. Praktisch. Gut“ einer bekannten schwäbischen Schokoladenmarke denke. Und zweimal kann ich mir sogar ein breites Lächeln nicht verkneifen: 1) bei Imi Knoebels „Projektion“, dem weißen, recheckigen (141 x 210) Lichtfleck auf einer weißen, nackten Wand entstanden mittels Beamer, und 2) bei Reinhard Muchas brandneuer Installation „v.o. von oben.“ aus dem Jahre 2015, in der er ohne Skrupel die 8 großen Deckenleuchten des Ausstellungsraumes integriert hat, die nun – wie soll es bei Mucha anders sein – auf 8 Trittschemeln in Bodennähe liegen.

Fazit: Die Ausstellung macht wirklich Spass und ist ein absolutes Muss für Freunde des Minimalismus!

Unser Tipp: Auch ein Besuch der Grafikabteilung im Obergeschoss des Museums ist absolut lohnenswert! Hier findet man z.B. aktuell bis Ende Oktober 2015 unter dem Titel „Lichtsplitter“ Holzschnitte von namhaften Künstlern wie z.B. Georg Baselitz, Per Kirkeby oder Günther Uecker.  -AEK