Kategorie-Archiv: Landschaftskunst

“DIE GROSSE 2018”

“DIE GROSSE 2018”
Museum Kunstpalast, Düsseldorf
28. Januar 2018 – 18. Februar 2018

Ganz schön gross - auch von oben... Ausstellungsansicht von Etage 2 nach unten in Düsseldorfs Künstlerschau "Die Grosse 2018"
Ganz schön gross – auch von oben… Ausstellungsansicht von Etage 2 nach unten in Düsseldorfs Künstlerschau „Die Grosse 2018″

Gebt zu, Ihr habt schon auf unseren Beitrag zur diesjährigen Ausgabe der beliebten Düsseldorfer Kunstausstellung „DIE GROSSE“ gewartet!
Wie schon in den Jahren zuvor lohnt sich der Besuch auch heuer (s.a. vorherige Reviews 2015, 2016 und 2017). Denn: Viele der ausgestellten Arbeiten – präsentiert werden rund 160 Künstlerinnen und Künstler – sind wirklich großartig!
Besonders gefallen haben mir z.B. die Fotomontagen von Ralf Werner Fast – man muß schon genau hinschauen, um die dort dargestellten verfremdeten Bauwerke zu begreifen. Es gibt aber auch diverse auf den ersten Blick scheinbar „unverfälschte Fotos“, die wirklich toll sind: So z.B. die Arbeiten von Anja Bohnhof („Tracking Ghandi Salzmarsch“). Ebenso die von Ralf Janowski („Acker – Kevelaer“, „Jagdhochstand – Stenden“ und „Wettener Busch – Kevelaer“). Und natürlich das großformatige „Opernhaus Köln“ von Boris Becker. In meinen Augen „Farbe pur“ gibt es bei Lydia Mammes Acrylbildern „Volume IV“ und „Volume I“. Aber auch bei Raymund Kaisers Großformaten „BLDH7 (250114) und BRH1 (240214) – in beiden Fällen eine nahezu monochrome Kombination aus Öl und Lack auf HDF Schichtplatten. Bei den fast immer quadratischen Formaten der diesjährigen Kunstpreisträgerein Sybille Pattscheck handelt es sich um klassische Enkaustik-Arbeiten auf Acrylglas. Auch hier stehen „Material“ und „Farbgebung“ im Vordergrund und nicht das „realistische Abbild“.
Als „schlicht und ergreifend“ würde ich die Arbeit(en) von Nina Brauhauser bezeichnen: an der Wand Fotografien von je einer geschwungenen feinen Linie, am Boden davor die dazu passende Aluminium-Skulptur „along the line“. Um Linien geht es auch bei den in meinen Augen wunderschönen Papierarbeiten von Frank Weidenbach – hier sind sie jedoch äußerst akkurat zu filigranen Karos verarbeitet worden.
Es gibt aber auch erfrischende Kunstwerke, an denn ich hängen bleibe, ohne gleich den Wunsch „haben!“ zu verspüren. So z.B. die große organische Skulptur aus rosa-weißen Wattestäbchen von Ulrike Walthemathe – was für eine Idee! Gleiches gilt für Beate Höigs überdimensionierte Kette aus zahlreichen Vasenförmigen Gebilden.
Natürlich kann man auch in diesem Jahr alle ausgestellten Arbeiten kaufen. Infos zu Preisen und Detailinformationen zu den Künstlern erhält man bei den größeren Werken über einen ausführlichen Katalog (€ 20). Bei den unter der Rubrik „Das kleine Format“ ausgestellten Bildern steht der Kaufpreis direkt unter dem Bild. Das absolute Highlight hier: Zwei Fotomontagen des Künstlerduos Oster + Koezle, die mit ihren Werken übrigens schon seit 1999 auf der GROSSEN vertreten sind (und inzwischen schon dank der GROSSEN mit zwei Arbeiten in unserer Wohnung hängen :-) -AEK

„der Nase nach“ / „Parcours“

„der Nase nach“
diverse Künstler, Kunstverein Springhornhof Neuenkirchen

„Parcours“
Jeppe Hein, Camp Reinsehlen

ganzjährig

gut befahrbar: "Das blaue Haus" von Horst Lerche
gut befahrbar: „Das blaue Haus“ von Horst Lerche

Damit hätten wir nicht gerechnet: Mitten im Naturpark Lüneburger Heide stoßen wir eher zufällig auf einen ca. 35 km langen Radwanderweg voller spannender Kunst! Gut zu erkennende Wegweiser mit den Schriftzügen „der Nase nach“ und „hin und zurück“ führen uns problemlos zu mehr als 40 Landschaftskunstwerken rund um das Heidedorf Neuenkirchen. Entspannt radeln wir durch üppige Wälder und Wiesen, rasten neugierig an ruhigen Seeufern und Feldrainen. Nicht wenige der Objekte sind sogar begehbar (ausreichend Zeit einplanen!).
Initiator dieser wunderbaren Tour ist übrigens der örtliche Kunstverein Springhornhof. Dort erhält man gegen einen kleinen Obolus auch außerhalb der Öffnungszeiten einen handlichen Lageplan mit allen Exponaten.
Im Kunstverein selber finden zudem regelmäßig wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Malerei und Skulptur sowie experimentelle Projekte junger Künstler statt. Zudem besteht dort für „spontan-sportive“ Besucher die Möglichkeit, Fahrräder zu mieten (unser Tipp: unbedingt im Vorfeld Öffnungszeiten in Erfahrung bringen!).
Und auch den großzügigen Ateliergarten des Bildhauers HAWOLI hinter dem historischen Museumsgebäude solltet Ihr Euch nicht entgehen lassen!

bitte platznehmen auf der "Loop Bench" von Jeppe Hein
bitte platznehmen auf der „Loop Bench“ von Jeppe Hein

Allen denen, die noch Lust auf mehr Kunst in der Natur haben, empfehlen wir zudem einen Besuch des ehemaligen Militärgeländes Camp Reinsehlen bei Schneverdingen (ca. 16 km nördlich von Neuenkirchen). Hier gilt es, das Kuntsprojekt PARCOURS des Dänischen Künstlers Jeppe Hein aktiv zu entdecken: 13 unterschiedlich gestaltete weiße Objekte, die an mehr oder weniger funktionale Parkbänke erinnern, verteilt auf der größten zusammenhängenden Sandmagerrasenfläche Norddeutschlands warten darauf, besetzt zu werden. Auch hier sind ein Drahtesel und ein wenig Beweglichkeit von Vorteil :-) … -AEK