Kategorie-Archiv: Design

„Möbel und Innenarchitektur“

„Möbel und Innenarchitektur“
Lippisches Landesmuseum Detmold
Dauerausstellung

Sitzgelegenheit im Lipperland: Die feine Stuhlsammlung unterm Dach des Lippischischen Landesmuseums
Sitzgelegenheit im Lipperland: Die feine Stuhlsammlung unterm Dach des Lippischischen Landesmuseums

Wer sich für Architektur interessiert, ist ja oftmals auch dem Sitzmöbel nicht abgeneigt – gilt doch gerade der Stuhl als die kleine aber feine Form der Baukunst, der sich schon seit Jahrzenten neben Designern auch die berühmtesten Architekten widmen. Und so wird dem Stuhl in Museen gehuldigt, zum Beispiel im formidablen Vitra Design Museum, im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe oder auch im Kölner Museum für angewandte Kunst. Dass jedoch ausgerechnet das Lippische Landesmuseum in Detmold – an sich Regionalmuseum mit Wurzeln im naturhistorischen Bereich – eine tolle Stuhlsammlung beherbergt, dürfte für viele eine echte Überraschung sein. Hintergrund: Architektur und Innenarchitektur lernt man an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe (ehemals FH Lippe). Und so ist vor vielen Jahren eine Kooperation zustande gekommen, deren Resultat die Ausstellung „Möbel und Innenarchitektur“ ist. Und da sind sie alle zu bestaunen, die alten, neuen und vielleicht zukünftigen Sitz-Klassiker: Rietvelds Zig-Zag Stoel oder verschiedene Eames Modelle, Alvar Aaltos kurvige Holzwunder oder futuristische Alu-Entwürfe von Konstantin Grcic, spacige (und tolle) neue Entwürfe wie das Dai Sofa von Kazuko Okamoto oder die stilprägenden Plastik-Ikonen Verner Pantons aus den 60ern. All das dargeboten auf zwei Etagen unterm Dach in einer toll gemachten Präsentation auf schrägen Podesten. Und ganz frische Entwürfe von experimentierfreudigen lokalen Studierenden gibt’s auch noch dazu. Klasse Sache! Freunde von Stuhl & Design: Kommt nach Detmold! -MM

“Radikaler Modernist – Das Mysterium Mart Stam“ / „Revolution in Rotgelbblau – Gerrit Rietveld und die zeitgenössische Kunst”

“Radikaler Modernist – Das Mysterium Mart Stam“ /
„Revolution in Rotgelbblau – Gerrit Rietveld und die zeitgenössische Kunst”

MARTa, Herford
05. November 2017 bis 07. Januar 2018 / 14. Oktober 2017 bis 04. Februar 2018

Ausstellungen zu Gerrit Rietveld und Mart Stam im Herforder Museum MARTa
Gerrit und Mart im Marta: 2 Ikonen erobern Herford

Liebhaber der modernen Architektur sollten in diesem Winter unbedingt das MARTa in Herford besuchen! Präsentiert das Museum für Kunst, Architektur und Design doch gleich zwei der bedeutendsten Pioniere der Architektur und Designgeschichte des 20. Jahrhunderts: Mart Stam und Gerrit Rietveld.
“Radikaler Modernist – Das Mysterium Mart Stam“ bietet eine hervorragende Übersicht zum facettenreichen Leben und Werk des niederländischen Designers und Architekten Mart Stam, welcher sich schon in jungen Jahren einen Namen aufgrund seiner Teilnahme am Stuttgarter Projekt „Weißenhof-Siedlung“ machte (s.a. an anderer Stelle in diesem Blog). Neben einer Vielzahl an Texten zu den einzelnen Stationen Stams gibt es anschauliche Originalpläne, Fotografien und historisches Filmmaterial wie z.B. den 1931 entstandenen Dokumentarfilm von Ella Bergmann-Michel „Wo wohnen alte Leute“ über die moderne und zukunftsweisende Architektur des Budge-Heims in Frankfurt. Und natürlich dürfen auch zwei Modelle von Stams berühmtem Freischwinger nicht fehlen, gilt er doch als künstlerischer Urheber für den „Stuhl ohne Hinterbeine“. Unbedingt empfehlenswert ist zudem der ca. ½ stündige Film am Ende des Ausstellungsparcours, indem auch ehemalige Wegbegleiter wie Max Bill über ihre teilweisen skurrilen, persönlichen Begegnungen mit Mart Stam berichten.
Im Erdgeschoß des wirklich wunderbaren, von keinem geringeren als dem Stararchitekten Frank Gehry entworfen Museumsbaus gibt es mit „Revolution in Rotgelbblau – Gerrit Rietveld und die zeitgenössische Kunst“ die sicherlich auf den ersten Blick optisch ansprechendere Ausstellung. Gezeigt werden ca. 140 Exponate aus der weltweit umfangreichsten Rietveld-Sammlung des Centraal Museums Utrecht . Allem voran natürlich Gerrit Rietvelds berühmter „Rot-Blauer Stuhl“. Anlaß der Ausstellung ist das 100jährige Jubiläum der niederländischen Künstlergruppe De Stijl , der neben Rietveld als Schlüsselfigur u.A. auch die Maler Piet Mondrian und Friedrich Vordemberge-Gildewart angehörten. Ergänzt wird das Werk Rietvelds durch Arbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler wie z.B. Imi Knöbel, Erik van Lieshout, Silvie Fleury, Sofia Hulté, Katja Mater, El Lissitzky und natürlich Rietvelds Weggefährten von De Stijl – Piet Mondrian, Theo van Doesburg und Friedrich Vordemberge-Gildewart.
Unser Tipp: Absolut lohneswert nicht nur für Rietveld-Fans ist ein Besuch des 1924 erbauten „Haus Schröder“ in Utrecht!  Einen Vorgeschmack auf das wirklich phantastische Gebäude bekommt man schon in der Herforder Ausstellung über ein Architekturmodell, Fotos, Bauzeichnungen und Filmmaterial vermittelt. Eine ausführliche Führung durch das Original bringt einem die architektonischen Finessen des Baus und des individuellen Interieurs natürlich deutlich näher! -AEK

“Jasper Morrison: Thingness“

Jasper Morrison: Thingness
bauhaus archiv – museum für gestaltung, Berlin
22. März bis 23. Oktober 2017

Blick in die Jasper Morrison Ausstellung
Blick in die Jasper Morrison Ausstellung: Viel hat er entworfen – und feinsäuberlich auf Staffeleien drapiert…

Seit 35 Jahren entwirft der Brite Jasper Morrison Möbel, Geschirr, Alltagsgegenstände jeder Art. Und das macht er offenbar gut (weil sehr erfolgreich) und auf besondere Art (weil stets auf die Zweckmäßigkeit fokussiert). Ich selber habe mich schon vor Jahren in einen fast prototypischen Morrison Stuhl verguckt. Der „Ply Chair“ besticht als schlichtes Holzmöbel (oder eher: Skulptur?), dem man sein Konstruktionsprinzip genau ansieht und der dann wesentlich bequemer ist als man erwartet. Ok, er ist auch einfach schön. Im Berliner Bauhaus Archiv wird Morrison nun seine erste Retrospektive ausgerichtet. An den vielen ausgestellten Gegenständen ist wunderbar abzulesen, wie Morrison neben der erwähnten Zweckmäßigkeit immer wieder auf aktuelle Wohntrends als auch – ganz im Sinne des Bauhauses – auf die Möglichkeit der industriellen Fertigung eingeht. Zudem erwähnenswert: Die ausgestellten Fotografien des Designers. Hier zeigt sich das auf genaues Hinsehen, Analysieren und Hinterfragen geschulte Auge des Briten. Wer das selber zu Hause erleben möchte: Einfach mal im Web nach Büchern von Morrison suchen.  Lohnt sich! -MM

„bauhaus in bewegung“

„bauhaus in bewegung“
bauhaus archiv – museum für gestaltung
berlin
01.märz – 13. november

besonderes berliner bau - das bauhaus archiv wird bald wieder aufgehübscht und erweitert
besonderer berliner bau – das bauhaus archiv wird bald wieder aufgehübscht und erweitert

von den weit mehr als 175 museen in berlin ist das bauhaus-archiv sicherlich nicht das größte und bekannteste – für mich persönlich jedoch eines der schönsten und interessantesten! beherbergt es doch viele der wunderbaren arbeiten, die zwischen 1919 und 1933 in der von walter gropius gegründeten kunstschule von zahlreichen, noch heute namentlich bekannten lehrern (e.g. lyonel feininger, wassily kandinsky, paul klee, johannes itten, josef albers, oskar schlemmer und lászló moholy-nagy) und schülern (e.g. max bill, wilhelm wagenfeld, marcel breuer, anni albers, marianne brandt, gunta stölzl, andreas feininger, lux feininger und fritz winter) geschaffen wurden!
beim betreten der aktuellen themenausstellung „bauhaus in bewegung“ wird einem sofort klar: die idee „bauhaus“ hat auch heute, rund 100 jahre später, nichts an reiz verloren! denn: im gegensatz zur nicht nur damals üblichen klassischen akademieausbildung setzte man am bauhaus auf eine ausgewogene kombination aus bildender, angewandter und darstellender kunst. so gab es in der „kathedrale der kunst“ keine „klassen“, sondern „werkstätten“, in denen nicht selten parallel gemalt, skizziert, fotografiert, gebaut, getischlert, geschmiedet, getöpfert, gewebt, gesungen, geschauspielert, geschrieben und gedichtet wurde. die meisten der exponate – ein äußerst kreatives sammelsurium aus gemälden, skulpturen, fotografien, skizzen, modellen, möbeln, wandteppichen, lampen, keramiken, schmuck und gegenständen des täglichen gebrauchs – wirken daher auch im 21. jahrhundert eher äußerst modern, denn verstaubt antiquarisch. und sind somit echte „designklassiker“.
einige von ihnen und zahlreiche andere schöne dinge kann man übrigens direkt im anschluss an den ausstellungsbesuch im benachbarten museumsshop käuflich erwerben. keine angst – hier gibt es design für jeden geldbeutel.
aber aufgepasst: im herbst 2017 ist erst einmal schluss mit den inspirierenden ausflügen nach berlin-tiergarten! passend zum 100-jährigen jubiläum wird das 1979 nach einem gropius-entwurf gebaute und in betrieb genommene haus erst einmal saniert und um einen neubau des berliner architekturbüros staab architekten erweitert. die wiedereröffnung ist für 2021 geplant – hoffen wir mal, daß es dem bauhaus archiv berlin in diesem punkt besser ergeht als dem berliner flughafen… -AEK

„The Designmuseum“

The Designmuseum“, London
…seit dem 24. November 2016

Innenansicht London Design Museum in Kensington
Starker Innenauftritt unter imposantem Dach: Das Londoner Design Museum an neuer Stelle in Kensington

Design, Design, Design – davon gibt es im Londoner Design-Museum wahrlich reichlich. Bislang (seit 1989) in einem toll umgebauten früheren Lagerhaus für Bananen direkt an der Themse und nahe der Tower Bridge untergebracht, müssen sich Design-Liebhaber nun gen West-London aufmachen: Seit dem 24. November befindet sich das Museum im ehemaligen Commonwealth Institute in Kensington – und hat sage und schreibe drei mal mehr Platz als am alten Standort. Die Architektur des denkmalgeschützten Gebäudes ist atemberaubend (…dieses Dach…Wahnsinn!), der Umbau gelungen. Und doch – mein Herz hängt an der alten Location, die wir in der Vergangenheit schon mehrfach besucht haben. Ja, sie war kleiner – aber für meine Begriffe schlichtweg näher dran am Design. Aber genug genörgelt: Wer so einiges über Industriedesign, Stuhlklassiker & Co. lernen möchte, ist auch in Kensington bestens aufgehoben! -MM

„Welt oder Photographie als soziale Praxis“

„Welt oder Photographie als soziale Praxis“
Hochschule Düsseldorf
Düsseldorf Photo Weekend 2017
03. bis 05.02.2017

Tolle Fotografie hinter Hochschul-Fassade: Der Nachwuchs punktet beim Photo Weekend
Tolle Fotografie hinter Hochschul-Fassade: Der Nachwuchs punktet beim Photo Weekend

Ein schon von außen architektonisch spannender Campus ist das allemal, was die Hochschule Düsseldorf an der Münsterstraße zu bieten hat. Während des Düsseldorf Photo Weekend 2017 ist aber auch das Innenleben ein besonderer Hingucker. Mareike Foecking (hier im Blog haben wir schon ihre Ausstellung 2016 im NRW Forum besprochen), ihrerseits Professorin an der Peter Behrens School of Arts/HSD, hat die Ausstellung mit Arbeiten von Studierenden kuratiert. Herausgekommen ist eine sehenswerte Schau, in der man viel Zeit verbringen kann, spannende Ansätze von (zumeist) fotografischen Arbeiten findet und ebebso Gespräche mit den Künstlern, die zum Teil anwesend sind und freudig Auskunft geben. Aus der riesigen Anzahl der Ausstellenden nenne ich hier stellvertretend Luisa Laustroer, die mit der gezeigten Serie „Hübsch“ eine feministische Position einnimmt und die Gleichberechtigung der Geschlechter vor dem Hintergrund aktueller politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen fokussiert. Ein inspirierendes Gepräch! Alles in allem ein unbedingt lohnender Besuch. Drei Tage sind für diese Ausstellung definitiv viel zu wenig. Schon für die Fotobücher könnte man Stunden aufbringen. Alle Beteiligten hätten mehr Zeit und damit auch (noch) mehr potentielle Besucher verdient. Ich freue mich auf eine Fortsetzung! -MM

Design Museum Danmark, Kopenhagen

Design Museum Danmark, Kopenhagen, Dänemark
permanent

Das Design Museum Danmark ist so gross, dass es nicht aufs Foto passt :-)
Das Design Museum Danmark ist so gross, dass es nicht aufs Foto passt :-)

Natürlich gibt es in Kopenhagen auch ein Designmuseum! Man findet es rund 1 km entfernt vom königlichen Schloss Amalienborg im Royal Frederik´s Hospital, dem ersten öffentlichen Krankenhaus Dänemarks.
Für mich sehr überraschend: Das Design Museum Dänemark feierte letztes Jahr bereits seinen 125. (!) Geburtstag, wobei von Anfang an der Sammlungsschwerpunkt des Hauses nicht nur auf einheimischem Design, sondern auch auf Angewandter Kunst aus Japan lag. Zeugnis dafür sind z.B. die vielseitigen Exponate der Dauerausstellung „Learning from Japan“, die Werke aus beiden Ländern direkt gegenüberstellt.
Modefreaks empfehlen wir auf jeden Fall auch den Part „Fashion & Fabric“,  der – wie sollte es anders sein – ca. 400, meist dänische Textilien verschiedenster Art, u.a. Kleider, Jacken, Mäntel, Hüte, Schuhe und Unterwäsche aus den letzten 300 Jahren zeigt.
Unser Tipp für all die, die auf Porzellan stehen: Das Haus beherbergt auch eine große „Porcelain Collection“  mit mehr als 3000 fragilen Kostbarkeiten aus den Jahren 1700 bis 1880!
Meine persönlichen Highlights: Die permanent zu besichtigenden Ausstellungen „Design und Crafts of the 20th Century“ und „Danish Design Now“.  Betrachten sie doch alle Aspekte des (dänischen) Designs und zeigen bunt gemixt gut designte Gegenstände des Alltags wie z.B. Möbel, Haushaltsgegenstände, Kleinelektrogeräte, Leuchten, Fahrräder, Schmuck oder Werbeplakate. (Fast) überall wo man hinsieht eine ausgewogene Mischung aus schlichter Formalität, Minimalismus und Funktionalität. Ich muß doch in diesem Zusammenhang nicht extra erwähnen, dass hier natürlich auch zahlreiche Klassiker der dänischen Designpäpste Verner Panton und Arne Jacobsen vertreten sind, oder?
Zudem gibt es im Dänischen Designmuseum immer wieder variierende Sonderausstellungen. Bis zum 21.08.2016 läuft z.B. noch „Spheres – Perspectives in Precision & Poetry for BMW designed by Alfredo Häberli“.  (Unbedingt einen der wirklich gelungenen Häberli-Sessel ausprobieren!).
Merkt Ihr? Nehmt Euch unbedingt genug Zeit für Euren Besuch des Design Museum Danmark – es lohnt sich! Wie in fast allen Museen sorgt übrigens auch hier ein Café fürs leibliche Wohl. Eine Auswahl „Souveniers designed in Denmark“ gibt es dann in einem (kleinen) Shop. –AEK

Trapholt Museum for Moderne Kunst, Kolding

„Trapholt Museum for Moderne Kunst, Kolding“
permanent

Das Design-Highlight in Trapholt schlechthin: Die Besichtigung von Arne Jacobsens Kubiflex-Sommerhaus
Das Design-Highlight in Trapholt schlechthin: Die Besichtigung von Arne Jacobsens Kubeflex-Sommerhaus

Kolding? Eine Stadt im Südwesten Dänemarks? Nie gehört? – Schade, denn Kolding hat eine Menge zu bieten in Sachen Kunst, Design und Architektur!
So z.B. Trapholt, das modernste und gleichzeitig fünftgrößte Kunstmuseum Dänemarks. Es liegt gut 5 km vom Stadtkern entfernt direkt am Kolding Fjord mitten in einem herrlichen Skulpturenpark. Bei unserem Besuch Anfang Mai finden wir eine gelungene Mischung aus bildender Kunst, Kunsthandwerk, Design und Möbeldesign vor. Hier unsere Highlights:
1) In der Sonderausstellung „Trapholt – Din Udstilling“ (04.12.2015 – 30.12.2018) bekommt man nicht nur einen ausführlichen Blick in die Schätze des Museums geboten – so besitzt man in Kolding neben einer feinen Sammlung moderner Kunst auch Dänemarks größte Sammlung von Stühlen! – sondern erhält zudem mittels moderner Technik die Möglichkeit, interaktiv seinen eigenen Museumsraum zusammenzustellen!
2) Die Fotoausstellung „Hairstyles and Headdresses“ des nigerianischen Künstlers J. D. Okhai Ojeikere (20.04.2016 – 23.10.2016) zeigt kunstvoll gestylte, einzigartige Frisuren, die in seiner Heimat traditionell bei besonderen Ereignisse wie z.B. Hochzeiten oder Geburtstagen getragen werden.
3) Das auch heute noch etwas futuristisch anmutende Kubeflex-Sommerhaus des großartigen Dänischen Designers Arne Jacobsen! In dem 1970 entworfenen Prototyp bestehend aus sechs flexibel zusammenstellbaren 10 qm großen Würfeln verbrachte die Familie Jacobsen noch bis vor kurzem ihre Ferien an einem dänischen Strand. Für seine neue Heimat Trapholt wurde das Haus inzwischen restauriert und mit von Jacobsen entworfenen Möbeln und Gebrauchsgegenständen ausstaffiert und kann täglich zu bestimmten Zeiten im Rahmen einer (dänischen) Führung besichtigt werden.
4) Ach ja: Unbedingt empfehlenswert ist auch ein ausführlicher Streifzug durch den Museumsshop – wir zumindest sind dort auf eine Menge schöner, typisch danischer Dinge gestoßen, die genau unseren Geschmack getroffen haben. -AEK

“Die Grosse Kunstausstellung NRW 2016”

“Die Grosse Kunstausstellung NRW 2016”
Museum Kunstpalast
21. Februar bis 13. März 2015

Highlight in Düsseldorf: Die Grosse Kunstausstellung NRW 2016
Große Kunst in Düsseldorf: „Die Grosse Kunstausstellung NRW“ ist auch 2016 ein Highlight

Schön! Es ist wieder soweit: Das Düsseldorfer Museum Kunstpalast wird bespielt durch „Die Grosse Kunstausstellung NRW“. Und was soll ich sagen? Erneut lohnt sich der Besuch in jeder Hinsicht. Die Vielfalt der NRW-Kunstszene in Malerei, Skulptur, Fotografie und Co. inspiriert, ist frisch und der Besuch ist von Anfang bis Ende ein Erlebnis. Besonders schön: Der Kunstpalast ist wieder extrem gut besucht, die regionale Kunsszene stößt also auf reges Interesse, auch ohne dass ausschließlich auf große Namen gesetzt wird. Die vielen vertretenen Künstlerinnen und Künstler sollen hier gar nicht alle aufgezählt werden (einen guten Überblick liefert die Website der Ausstellung). Den diesjährigen Kunstpreis der Künstler erhielt Benjamin Katz (zur Ausstellung ist eine schöne und preiswerte Auflage von Fotografien erschienen), Träger des Förderpreises ist Andrej Wilhelms.

Mir persönlich hat vieles gut gefallen, erwähnen möchte ich beispielhaft die Fotos und Montagen des Teams Oster + Koezle, die oft geometrisch komponierte Fotografien mit grafischen Eingriffen versehen und so den Blickwinkel des Betrachters buchstäblich verrücken. Und – ein schönes Wiedersehen – die wunderbaren Arbeiten von Thomas Wrede, der den Betrachter mit Fotografien von gebauten Modellen in nicht-existente und doch überaus reale Welten stößt und damit so manche Frage aufwirft.

Also dann: „Die Grosse“ sollte auch schon für 2017 ihren festen Platz im persönlichen Kunstkalender erhalten! -MM

“Geschichte auf Rädern“

„Geschichte auf Rädern“
Automuseum Melle
Dauerausstellung

Oldtimer noch und noch - im Automuseum Melle...
Oldtimer satt – im Automuseum Melle nahe Osnabrück…

Und noch ein Automuseum – dieses mal in Melle, 25 km östlich von Osnabrück. Genauso wie der ebenfalls von uns an dieser Stelle beschriebene Prototyp in Hamburg liegt auch diese Ausstellungsstätte in privater Hand.
In einem denkmalgeschützten historischen Fabrikgebäude aus der Gründerzeit können jederzeit auf mehr als 3000 m2 verteilt auf drei Etagen rund 300 Fahrzeuge vornehmlich aus der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts bewundert werden. Das besondere an diesem Museum: Aufgrund eines in dieser Form wohl einzigartigen Ausstellungskonzepts wechseln die Exponate hier eigentlich stetig! Denn: Die schmucken, übrigens immer noch fahrtauglichen (!) Automobile sind allsamt temporäre Leihgaben privater Sammler für einen Zeitraum von maximal 6 Monaten.
Darüber hinaus gibt es in Melle eine Sammlung von über 1.000 Flugzeugmodellen im Maßstab 1:72, zahlreiche Modellautos, die in James Bond-Filmen eine wichtige Rolle übernommen haben und eine über 2.000 Exponate umfassende Jaguar E-Type Ausstellung (natürlich nur die Modellautos!). Zudem entdeckt man zwischendrin immer mal wieder historische Motorräder, Fahrräder und Kinderwagen. Abgerundet wird das ganze durch ein Museumscafe mit diversen Kaffeespezialitäten und selbstgebackenem Kuchen und einem Museumsshop.
Wir fanden den Besuch in Melle überaus inspirierend und kurzweilig, ermöglichte er uns doch zahlreiche Rückblicke in die eigene Vergangenheit. So traf mein Ehemann Marcus auf die Familienkutsche seiner frühesten Kindheit – ein K70-Modell aus der aktuellen NSU-Sonderaustellung im Erdgeschoss, ich hingegen auf das erste Automobil meiner älteren Schwester – einen orangefarbenen Golf I von 1975. -AEK